Stundenverrechnungssatz berechnen
Was muss Ihr Betrieb je Stunde verlangen, damit Lohn, Gemeinkosten und ein Gewinn gedeckt sind? Der Rechner arbeitet mit den verrechenbaren Stunden, nicht mit den Anwesenheitsstunden. Genau daran scheitern die meisten Kalkulationen.
Die Formel, und warum der Nenner entscheidet
Der Stundenverrechnungssatz ist eine Division. Oben stehen die Kosten eines Mitarbeiters samt seinem Anteil am Betrieb, unten die Stunden, die davon verkauft werden können.
(Lohnkosten + Gemeinkostenanteil) ÷ produktive Stunden
× (1 + Gewinnzuschlag) = Stundenverrechnungssatz
Schritt 1: produktive Stunden
Von 260 Bruttoarbeitstagen im Jahr bleiben nach 30 Urlaubstagen, 10 Feiertagen, 10 Krankheitstagen und 3 Tagen Fortbildung noch 207 Anwesenheitstage. Bei 8 Stunden am Tag sind das 1.656 bezahlte Stunden.
Davon landet aber nicht jede Stunde auf einer Rechnung. Fahrzeiten zwischen Baustellen, Rüsten, Materialholen, Lager, Büro und Reklamationen fallen heraus. Bleiben bei 75 Prozent produktivem Anteil 1.242 verrechenbare Stunden. Das ist der Nenner.
Schritt 2: die echten Lohnkosten
3.500 Euro Monatsbrutto plus ein Monatsgehalt Sonderzahlung ergeben 45.500 Euro im Jahr. Dazu kommen rund 21,15 Prozent Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, der Beitrag zur Berufsgenossenschaft und die Umlagen. Aus 3.500 Euro auf dem Lohnzettel werden so etwa 56.700 Euro Jahreskosten.
Schritt 3: Gemeinkosten verteilen
120.000 Euro Gemeinkosten auf fünf produktive Mitarbeiter sind 24.000 Euro je Kopf. Zusammen mit den Lohnkosten muss jeder Mitarbeiter also 80.700 Euro im Jahr einspielen, nur um die Null zu halten.
Schritt 4: Wagnis und Gewinn
80.700 Euro geteilt durch 1.242 Stunden sind 65 Euro Selbstkosten je Stunde. Mit 10 Prozent Zuschlag für Wagnis und Gewinn ergibt das rund 71,50 Euro netto, für Privatkunden mit Umsatzsteuer etwa 85 Euro.
Der Fehler, der die Marge kostet
Dieselben 80.700 Euro auf alle 1.656 Anwesenheitsstunden verteilt ergeben nur 53,60 Euro statt 71,50 Euro. Knapp 18 Euro Differenz je Stunde, bei 1.242 verrechenbaren Stunden rund 22.000 Euro je Mitarbeiter und Jahr. Bei fünf Produktiven fehlen so über 100.000 Euro, und zwar in einer Kalkulation, die auf dem Papier aufgeht.
Unterschiede nach Gewerk
Die Struktur der Rechnung ist in jedem Gewerk gleich. Unterschiedlich sind vor allem zwei Größen, und beide lassen sich im Rechner vorbelegen:
- Berufsgenossenschaft. Dachdecker liegen deutlich über Elektro- oder Tischlerbetrieben. Der eigene Satz steht im Beitragsbescheid.
- Produktiver Anteil. Wer viel zwischen Baustellen fährt oder witterungsabhängig arbeitet, verrechnet weniger von seiner Anwesenheitszeit. In der Gebäudereinigung liegt der Anteil höher als im Dachdeckerhandwerk.
Alles Weitere, also Lohn, Arbeitszeit, Gemeinkosten und Gewinnzuschlag, hängt am einzelnen Betrieb und nicht am Gewerk. Ein Branchenmittelwert ersetzt die eigene Kalkulation deshalb nicht.
Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um unsere Automatisierungslösungen.
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Der Satz ist die eine Hälfte
Die andere ist, dass Angebote zügig rausgehen und nachgefasst wird. Genau das lässt sich automatisieren, ohne dass jemand im Betrieb eine Liste pflegen muss.
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