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KI-VO Art. 99 · WPO § 67 ff. · StGB § 203

Bußgelder und Haftung für Wirtschaftsprüfer

Drei Sanktionsregime greifen parallel: EU-Bußgeld, WPK-Verfahren (Geldbuße bis 100.000 EUR!) und § 203 StGB bei Verschwiegenheitsbruch. Plus zivilrechtliche Prüfungshaftung.

Beispielrechnung 10-MA-WP-Praxis mit 3 Mio. EUR Umsatz

  • Verbotene Praktiken: max. 210.000 EUR (7 % von 3 Mio.)
  • Hochrisiko-/Transparenz: max. 90.000 EUR (3 %)
  • Falschangaben: max. 30.000 EUR (1 %)
  • WPK-Geldbuße: bis 100.000 EUR
  • Zivilrechtliche Haftung: oft 6-7-stellig

§ 203 StGB — Strafrechtliche Spitze

Mandantengeheimnisse in ungesicherten KI-Tools sind strafrechtlich relevant.

  • § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB: bis 1 Jahr Freiheitsstrafe.
  • § 203 Abs. 5 StGB: bis 2 Jahre bei Handeln gegen Entgelt / in Bereicherungsabsicht.
  • Prüfungsmandate: Klausel zur KI-Nutzung im Mandatsvertrag empfohlen.

FAQ

Welche Bußgelder treffen tatsächlich eine 10-MA-WP-Praxis?

KI-VO Art. 99: 35 Mio. / 7 % Weltjahresumsatz (Abs. 3), 15 Mio. / 3 % (Abs. 4), 7,5 Mio. / 1 % (Abs. 5). KMU-Privileg Abs. 6: niedrigerer Schwellenwert. 10-MA-Praxis mit 3 Mio. EUR Umsatz: max. Hochrisiko-Bußgeld 90.000 EUR (3 % von 3 Mio.).

Wo liegt der Unterschied zu Steuerberater und Anwalt?

Berufsrechtlich ist WPO § 67 ff. strenger: Geldbuße bis 100.000 EUR (vs. 50.000 StBerG / 25.000 BRAO). Strafrechtlich identisch (§ 203 StGB). KI-VO ist branchenagnostisch. Der WP-Beruf ist insgesamt die scharfste Sanktionsklasse in unserem Whitelabel-Rollout.

Wer entscheidet im Streitfall?

KI-VO-Bußgelder: noch zu benennende deutsche Marktüberwachungs-Behörde. Berufsrecht: WPK Sanktionsverfahren. Strafrecht: Staatsanwaltschaft + ordentliches Gericht. Bei Prüfungsmandaten: zusätzliche zivilrechtliche Haftung gegenüber Mandanten + Dritten.

Wie hoch ist die zivilrechtliche WP-Haftung in der Praxis?

Bei Prüfungsklagen (gegen WP wegen Pflichtverletzung im Bestätigungsvermerk) sind 7-stellige Schadensersatzforderungen üblich. Die Berufshaftpflicht-Versicherung deckt typischerweise bis 5 Mio. EUR. Vorsätzliche Verstöße (z.B. KI-Output unkritisch unterzeichnet) können nicht versichert sein.

Hinweis zum Leistungsumfang

Das AI-Act-Compliance-Kit ist eine technisch-organisatorische Hilfestellung zur Umsetzung der KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 der EU-Verordnung 2024/1689 (KI-VO) und ersetzt keine Rechtsberatung. Vorlagen, Schulungsinhalte und Dokumentationen sind redaktionell sorgfältig erstellt, können aber den Einzelfall nicht ersetzen. Für eine rechtsverbindliche Bewertung Ihrer konkreten Situation empfehlen wir die Hinzuziehung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts mit Schwerpunkt IT- und Versicherungsrecht. Stand der Inhalte: Mai 2026, Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO).

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