Zum Hauptinhalt springen

Stand 28.07.2026 · Digital Omnibus on AI

Hochrisiko-Fristen verschoben, seit 27.07.2026 in Kraft

Das EU-Parlament (16.06.2026) und der Rat (29.06.2026) haben den Digital Omnibus on AI final beschlossen. Die Hochrisiko-Pflichten aus Anhang III KI-VO verschieben sich damit von 02.08.2026 auf 02.12.2027, die Produkt-Hochrisiko-Pflichten aus Anhang I auf 02.08.2028. Als Verordnung (EU) 2026/1744 am 24.07.2026 im EU-Amtsblatt veröffentlicht und seit 27.07.2026 in Kraft — die Verschiebung gilt damit auch formal. Nicht verschoben wurden die Transparenzpflichten nach Art. 50 KI-VO (Kennzeichnung von Chatbots und KI-generierten Inhalten): Sie greifen ab 02.08.2026 und sind bußgeldbewehrt mit bis zu 15 Mio. Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem welcher Betrag höher ist (Quelle: Art. 99 Abs. 4 KI-VO). Art. 4 KI-Kompetenz (seit 02.02.2025) und die verbotenen Praktiken nach Art. 5 gelten ohnehin unabhängig vom Omnibus weiter.

Was das für Wirtschaftsprüfer bedeutet

§ 43 WPO (Allgemeine Berufspflichten inkl. Verschwiegenheit), die Aufsicht der WPK (§ 57 WPO) und die berufsaufsichtlichen Maßnahmen (§ 68 WPO) bleiben in jedem Omnibus-Szenario in Kraft. ISA 230 und IDW PS verlangen prüffähige Dokumentation des Tooleinsatzes — KI-gestützte Audit-Analytics ohne Kompetenz- und Dokumentations-Setup ist mit Berufsrecht und Prüfungsstandards nicht vereinbar, unabhängig davon, ob Anhang III erst ab 02.12.2027 wirkt.

Aufsicht WPK · WPO § 43/§ 57 · ISA 220/230 · KI-VO Art. 4

EU AI Act für Wirtschaftsprüfer: Art. 4 KI-VO, Audit-Analytics und ISA-konforme Doku

Die KI-Verordnung wirkt seit dem 02.02.2025 für jede WP-Praxis, die KI-Audit-Analytics (MindBridge, AppZen, CaseWare IDEA), DATEV Audit Cloud oder ChatGPT einsetzt. Die ISA-Prüfdokumentation (ISA 220/230, IDW PS 261 n.F.) verlangt zusätzlich eine explizite Kennzeichnung KI-gestützter Outputs.

Neu: Website kostenlos auf die KI-Kennzeichnungspflicht prüfen (Art. 50, gilt ab 02.08.2026)

Nächster Stichtag: 02.08.2026 (Art. 50 Transparenz)

Art. 4 (Kompetenznachweis) gilt seit 02.02.2025. Zum 02.08.2026 greifen die Transparenzpflichten nach Art. 50 (Kennzeichnung von Chatbots und KI-generierten Inhalten), bußgeldbewehrt. Die Hochrisiko-Pflichten aus Anhang III wurden durch den Digital Omnibus on AI von 02.08.2026 auf 02.12.2027 verschoben (Anhang I: 02.08.2028); das EU-Parlament (16.06.2026) und der Rat (29.06.2026) haben ihn final beschlossen, in Kraft als Verordnung (EU) 2026/1744 seit 27.07.2026. Für WP praxis-relevant sind die Hochrisiko-Pflichten bei automatisierter Mandanten-Risiko-Klassifikation, Beschäftigungs-KI in größeren Praxen.

  • Seit 02.02.2025: Art. 4 + Art. 5
  • Seit 02.08.2025: GPAI + Sanktionen Art. 99
  • Ab 02.08.2026: Transparenzpflichten Art. 50 (Kennzeichnung Chatbots + KI-Inhalte), bußgeldbewehrt
  • Ab 02.12.2027: Hochrisiko-Pflichten Anhang III (verschoben durch Digital Omnibus, Anhang I: 02.08.2028)
Bis zur Frist

Transparenz (Art. 50) · Rechtlicher Stichtag - 02. August 2026

-
Tage
-
Stunden
-
Minuten

Geltungsbeginn der Transparenzpflichten nach Art. 50 (Kennzeichnung von Chatbots und KI-generierten Inhalten), bußgeldbewehrt bis 15 Mio. EUR oder 3 % vom weltweiten Umsatz. Die Anhang-III-Hochrisiko-Pflichten wurden durch den Digital Omnibus on AI von 02.08.2026 auf 02.12.2027 verschoben (Parlament 16.06.2026, Rat 29.06.2026, Anhang I: 02.08.2028). Wer KI-Verzeichnis und ISA-konforme Dokumentation bis dahin nicht hat, riskiert berufsaufsichtliche Maßnahmen der WPK (Geldbuße bis 500.000 EUR, § 68 WPO).

Bußgelder + berufsrechtliche Konsequenzen

KI-VO bis 35 Mio. EUR / 7 % Weltjahresumsatz. KMU-Privileg Art. 99 Abs. 6. WPO § 68: Rüge, Geldbuße bis 500.000 EUR, Ausschluss aus dem Berufsstand — die schärfste berufsrechtliche Sanktionsklasse in unserem Whitelabel-Rollout.

KI-VO (Art. 99)

  • • 35 Mio. EUR / 7 % bei verbotenen Praktiken
  • • 15 Mio. / 3 % bei Hochrisiko-/Transparenz-Verstößen
  • • 7,5 Mio. / 1 % bei Falschangaben

Berufsrecht (WPO § 68)

  • • Rüge / Warnung
  • • Geldbuße bis 500.000 EUR
  • • Ausschluss aus dem Berufsstand
  • § 203 StGB bei Verschwiegenheitsbruch

FAQ aus der WP-Praxis

Bin ich als WP vom EU AI Act betroffen, wenn ich KI-Audit-Analytics nutze?

Ja. Sobald MindBridge, AppZen, CaseWare IDEA-KI, DATEV Audit Cloud KI oder ChatGPT eingesetzt werden, sind Sie Betreiber im Sinne der KI-VO (Art. 3 Nr. 4). Seit 02.02.2025 greift Art. 4 (Kompetenznachweis). Die ISA-Prüfdokumentation (insbesondere ISA 230) verlangt zusätzlich eine explizite Kennzeichnung KI-gestützter Outputs im Arbeitspapier.

Wie integriere ich KI in die ISA-konforme Prüfdokumentation?

Pro Prüfung dokumentieren: welche KI-Tools wurden eingesetzt, mit welchen Inputdaten, welche Outputs entstanden, welche menschliche Prüfung erfolgte. Hinweis im Arbeitspapier: 'KI-gestützte Datenanalyse mit [Tool], Output durch [Prüfer] inhaltlich geprüf + ergänzt am [Datum]'. IDW PS 261 n.F. + ISA 230 sind die Anker.

Ersetzt KI die professionelle Skepsis (ISA 200)?

Nein. ISA 200.13 verlangt professionelle Skepsis als persönliche Eigenschaft des Prüfers — sie ist nicht delegierbar an KI. KI-Tools können Hinweise auf Anomalien geben, die Bewertung bleibt menschlich. Im Streitfall (Insolvenz, Prüfungsklage) ist eine reine KI-Begründung berufsrechtlich angreifbar.

Was sind die nächsten KI-VO-Stichtage?

02.02.2025 (läuft): Art. 4 + Art. 5. 02.08.2025 (läuft): GPAI + Sanktionen Art. 99. 02.08.2026: Transparenzpflichten nach Art. 50 (Kennzeichnung von Chatbots und KI-generierten Inhalten), bußgeldbewehrt. Die Hochrisiko-Pflichten aus Anhang III wurden durch den Digital Omnibus on AI von 02.08.2026 auf 02.12.2027 verschoben (Anhang I: 02.08.2028); das EU-Parlament (16.06.2026) und der Rat (29.06.2026) haben ihn final beschlossen, in Kraft als Verordnung (EU) 2026/1744 seit 27.07.2026. Für WP praxis-relevant bei automatisierter Mandanten-Risiko-Klassifikation und HR-KI in größeren Praxen.

Wie hoch sind die Bußgelder bei einer WP-Praxis?

KI-VO Art. 99: 35 Mio. / 7 % Weltjahresumsatz (Abs. 3), 15 / 3 % (Abs. 4), 7,5 / 1 % (Abs. 5). KMU-Privileg Abs. 6: niedrigerer Schwellenwert. 10-MA-Praxis mit 3 Mio. EUR Umsatz: max. Hochrisiko-Bußgeld 90.000 EUR (3 % von 3 Mio.) — und auch nur, wenn überhaupt ein Anhang-III-Hochrisiko-System eingesetzt wird. Berufsrechtlich getrennt davon: § 68 WPO sieht eine Geldbuße bis 500.000 EUR vor — die schärfste berufsrechtliche Sanktionsklasse der drei Berufe in unserem Whitelabel-Rollout.

Welche Schulungs-Anbieter sind WPO-konform?

WPO § 43 verlangt eine laufende Fortbildung (die WPK organisiert sie nach § 57 WPO); KI-Module können angerechnet werden. Etablierte Anbieter: WPK-eigene Fortbildung, IDW-Akademie, Spezialisierte Compliance-Anbieter. Wichtig: Prüfungsteil + dokumentierte Teilnahme + Bezug auf eingesetzte Tools (MindBridge/AppZen/CaseWare).

Muss ich Mandanten über den KI-Einsatz informieren?

Ja, soweit der KI-Einsatz prüferische Schlüsse beeinflusst. Best Practice: Klausel im Prüfungsmandatsvertrag + Hinweis im Prüfbericht-Anhang. Die anwendbare Mandanten-Information umfasst Art und Umfang des KI-Einsatzes — nicht jedoch interne Daten.

Was passiert bei Prüfung durch die WPK?

Die WPK kann routinemäßig oder anlassbezogen prüfen. Bei Anfrage: 5-Module-Audit-Mappe (KI-Verzeichnis, VVT, Schulungs-Nachweise, AVV/GVV, Output-Policy) sofort vorlegbar. Wer das nicht hat, riskiert berufsrechtliche Sanktionen nach WPO § 68 (Geldbuße bis 500.000 EUR).

Was unterscheidet das WP-Kit von Steuerberater-OS?

Drei Hauptunterschiede: (1) ISA-konforme Dokumentation, nicht nur DSGVO; (2) Audit-Tool-spezifische Schulung (MindBridge, CaseWare IDEA, AppZen statt DATEV/Addison); (3) WPK-Aufsicht mit deutlich höherer berufsrechtlicher Geldbuße-Höchstgrenze (bis 500.000 EUR nach § 68 WPO vs. 50.000 EUR bei Steuerberatern nach § 90 StBerG).

Wer ist Anbieter, wer Betreiber bei MindBridge / CaseWare?

MindBridge / CaseWare sind Anbieter (Art. 3 Nr. 3). Die WP-Praxis ist Betreiber (Art. 3 Nr. 4). Wenn die Praxis das System wesentlich anpasst (z.B. eigene Risikomodelle einspeist), kann sie nach Art. 25 zum Anbieter werden — dann greifen erweiterte Pflichten.

Hinweis zum Leistungsumfang

Das AI-Act-Compliance-Kit ist eine technisch-organisatorische Hilfestellung zur Umsetzung der KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 der EU-Verordnung 2024/1689 (KI-VO) und ersetzt keine Rechtsberatung. Vorlagen, Schulungsinhalte und Dokumentationen sind redaktionell sorgfältig erstellt, können aber den Einzelfall nicht ersetzen. Für eine rechtsverbindliche Bewertung Ihrer konkreten Situation empfehlen wir die Hinzuziehung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts mit Schwerpunkt IT- und Versicherungsrecht. Stand der Inhalte: Mai 2026, Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO).

Wo steht deine Praxis im AI Act?

10 wp-spezifische Fragen, 4 Minuten, personalisierter PDF-Report.

Vertiefungen

Gleiches Thema, andere Branche

AI-Act-Pillars der anderen regulierten Berufe

Die KI-VO-Logik ist über Berufsgruppen hinweg vergleichbar, nur Aufsicht und Berufsrecht unterscheiden sich. Diese Seiten gehen das Thema für die jeweilige Branche durch: