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Art. 50 KI-VO + ISA 230 · ab heute

KI-Output-Kennzeichnung in der WP-Praxis

Doppelte Pflicht: Art. 50 KI-VO (rechtlicher Stichtag 02.08.2026 für Outputs an Mandanten/Behörden; nach Trilog-Einigung zum Digital Omnibus on AI vom 7. Mai 2026 voraussichtlich auf 02.12.2026 verschoben — formelle Annahme steht aus) plus ISA 230 (sofort wirksam für Prüfungsdokumentation, unabhängig vom AI-Act-Zeitplan).

Vorlagen-Formulierungen

Arbeitspapier-Hinweis (ISA 230)

"Die nachstehende Datenanalyse wurde KI-gestützt mit [Tool-Name v.X.Y] auf Basis von [Datenquelle] erstellt. Output durch [Prüfer] inhaltlich geprüf + ergänzt am [Datum]. Auffällige Anomalien wurden manuell nachverfolgt (siehe AP-[Nr.])."

Mandatsvertrag-Klausel

"Die Prüfungsgesellschaft setzt zur Unterstützung KI-gestützte Audit-Analytics ein. Outputs werden gemäß ISA 220 / ISA 230 dokumentiert und sind in der Prüfungsdokumentation einsehbar. Die professionelle Prüfer-Verantwortung verbleibt vollumfänglich beim Berufsträger."

Prüfbericht-Anhang

"Anhang [Z]: Eingesetzte KI-Tools im Prüfungsverfahren — Liste mit Tool-Name, Version, Prüfungsbereich, eingesetzter Datenklasse, Owner in der Prüfungsgesellschaft."

FAQ

Was verlangt ISA 230 bei KI-Outputs?

ISA 230.8 verlangt eine ausreichende und angemessene Dokumentation der durchgeführten Prüfungshandlungen. Bei KI-gestützten Analysen muss dokumentiert sein: welches Tool, mit welchen Inputdaten, welcher Output, welche menschliche Prüfung. Ohne diese Doku ist die Prüfungshandlung nicht verwertbar.

Reicht ein pauschaler Hinweis im Bestätigungsvermerk?

Nein. Der Bestätigungsvermerk ist ein anderer Adressatenkreis. Im Prüfbericht (PrPR-A) und in Arbeitspapieren sind detaillierte Hinweise auf KI-Einsatz Pflicht. Empfehlung: pro Prüfungshandlung Tool-Hinweis + Prüfer-Bestätigung + Datum.

Muss der Mandant informiert werden?

Ja, soweit der KI-Einsatz Auswirkungen auf die Prüfungsschlüsse hat. Best Practice: Mandatsvertrag-Klausel + Erläuterung im Prüfbericht-Anhang.

Was, wenn KI eine Prüfungs-Anomalie meldet, die ich nicht verstehe?

Die professionelle Skepsis (ISA 200.13) ist nicht delegierbar. KI-Outputs sind Hinweise, keine Schlüsse. Wenn der Prüfer den Output nicht versteht, ist eine eigene Prüfungshandlung erforderlich — sonst kann das Prüfungsurteil keinen Bestand haben.

Hinweis zum Leistungsumfang

Das AI-Act-Compliance-Kit ist eine technisch-organisatorische Hilfestellung zur Umsetzung der KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 der EU-Verordnung 2024/1689 (KI-VO) und ersetzt keine Rechtsberatung. Vorlagen, Schulungsinhalte und Dokumentationen sind redaktionell sorgfältig erstellt, können aber den Einzelfall nicht ersetzen. Für eine rechtsverbindliche Bewertung Ihrer konkreten Situation empfehlen wir die Hinzuziehung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts mit Schwerpunkt IT- und Versicherungsrecht. Stand der Inhalte: Mai 2026, Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO).

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