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Stand 28.05.2026 · Digital Omnibus on AI

Trilog-Einigung vom 6./7. Mai 2026 — formelle Annahme steht aus

EU-Parlament, Rat und Kommission haben sich im Trilog am 6./7. Mai 2026 vorläufig politisch geeinigt, die Anwendung der Hochrisiko-Pflichten aus Anhang III KI-VO von 02.08.2026 auf 02.12.2027 zu verschieben (Anhang-I-Produkt-Hochrisiko auf 02.08.2028). COREPER hat die Einigung am 13.05.2026 bestätigt. Die finale Annahme durch das Plenum des Parlaments und den Rat sowie die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt sind noch ausstehend — bis dahin gilt rechtlich weiterhin der ursprüngliche Stichtag 02.08.2026. Art. 4 KI-VO (KI-Kompetenz) ist seit 02.02.2025 in Kraft und wird durch den Omnibus nicht aufgehoben — die Schulungspflicht für Betreiber bleibt bestehen.

Was das für Rechtsanwälte bedeutet

§ 43a BRAO (Verschwiegenheit), § 43e BRAO (Beschäftigte) und die Aufsicht der Rechtsanwaltskammern bleiben unabhängig vom Omnibus bestehen. Art. 4 KI-Kompetenz (seit 02.02.2025) wird durch die Trilog-Einigung nicht aufgehoben. Wer Legal-Research-KI oder ChatGPT ohne dokumentierte Kompetenz und ohne Risikobewertung einsetzt, hat ein berufsrechtliches Problem — auch dann, wenn die Anhang-III-Pflichten erst ab 02.12.2027 greifen.

Aufsicht RAK · § 43a / § 43e BRAO · KI-VO Art. 4

EU AI Act für Rechtsanwälte: Art. 4 KI-VO, Legal-Research-KI und § 43a BRAO

Die KI-Verordnung (EU 2024/1689) wirkt seit dem 02.02.2025 für jede Kanzlei, die ChatGPT, Beck-Chat oder andere KI-Tools einsetzt. Verschwiegenheit nach § 43a BRAO, Mandantendaten in US-Clouds und § 43e BRAO sind die Pflicht-Themen — der rechtliche Stichtag für Hochrisiko-Pflichten ist der 02.08.2026; nach der Trilog-Einigung zum Digital Omnibus on AI vom 7. Mai 2026 ist eine Verschiebung auf 02.12.2027 geplant (formelle Annahme steht aus).

Nächster Stichtag: 02.08.2026 (Anhang III)

Art. 4 (Kompetenznachweis) gilt seit 02.02.2025. Die Anhang-III-Hochrisiko-Pflichten greifen rechtlich ab 02.08.2026 — die Trilog-Einigung vom 7. Mai 2026 (Digital Omnibus on AI) sieht eine Verschiebung auf 02.12.2027 vor (formelle Annahme ausstehend). In der Kanzlei praxis-relevant: Predictive Litigation, automatisierte Mandanten-Klassifikation, HR-KI in größeren Sozietäten.

  • Seit 02.02.2025: Art. 4 + Art. 5
  • Seit 02.08.2025: GPAI + Sanktionen Art. 99
  • Ab 02.08.2026: Hochrisiko-Pflichten Anhang III (Omnibus: voraussichtlich 02.12.2027)
Bis zur Frist

Anhang III · Rechtlicher Stichtag - 02. August 2026

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Tage
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Stunden
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Minuten

Ursprünglicher Geltungsbeginn der Hochrisiko-Pflichten. Trilog-Einigung 7. Mai 2026: voraussichtliche Verschiebung auf 02.12.2027 (formelle Annahme steht aus). Wer KI-Verzeichnis und Audit-Mappe nicht hat, riskiert bei RAK-Prüfung Rüge oder Geldbuße bis 25.000 EUR.

Bußgelder + berufsrechtliche Konsequenzen

KI-VO bis 35 Mio. EUR / 7 % Weltjahresumsatz. KMU-Privileg Art. 99 Abs. 6: jeweils niedrigerer Schwellenwert. BRAO § 114: Rüge, Geldbuße bis 25.000 EUR, Ausschluss aus der Rechtsanwaltschaft.

KI-VO (Art. 99)

  • • 35 Mio. EUR / 7 % bei verbotenen Praktiken
  • • 15 Mio. / 3 % bei Hochrisiko-/Transparenz-Verstößen
  • • 7,5 Mio. / 1 % bei Falschangaben

Berufsrecht (BRAO § 114)

  • • Rüge / Warnung
  • • Geldbuße bis 25.000 EUR
  • • Ausschluss aus der Rechtsanwaltschaft (extrem selten)
  • • § 203 StGB-Strafverfahren bei Verschwiegenheitsbruch

Häufige Fragen aus der Kanzleipraxis

Bin ich als Rechtsanwalt vom EU AI Act betroffen, wenn ich nur Legal-Research-KI nutze?

Ja. Sobald Sie ein KI-System einsetzen — und Beck-Chat, Wolters Kluwer Smart, Juris-KI sind genau solche Systeme — sind Sie Betreiber im Sinne der KI-VO (Art. 3 Nr. 4). Damit greift seit 02.02.2025 Art. 4 KI-VO: jeder Mitarbeitende mit KI-Kontakt muss über ein angemessenes Mass an KI-Kompetenz verfügen, dokumentiert nachweisbar.

Ist ChatGPT mit Mandantengeheimnissen erlaubt? Was sagt § 43a BRAO?

§ 43a Abs. 2 BRAO verlangt absolute Verschwiegenheit über alles, was im Mandatsverhältnis bekannt wird. ChatGPT Free/Plus mit identifizierbaren Mandantendaten ist berufsrechtlich kritisch und kann den Tatbestand des § 203 StGB erfüllen. Realistisch ist KI-Nutzung mit Mandantendaten nur in Enterprise-Tarifen mit EU-Daten-Boundary, unterzeichnetem AVV nach Art. 28 DSGVO und GVV nach § 203 Abs. 4 StGB.

Was regelt § 43e BRAO genau?

§ 43e BRAO (neueingefügt 2025) adressiert die Sorgfaltspflicht beim Einsatz technischer Hilfsmittel einschliesslich KI-Systemen. Im Kern: der Berufsträger bleibt für die fachliche Richtigkeit verantwortlich, auch wenn KI-Outputs übernommen werden. Wer ChatGPT-generierten Schriftsatz ohne Prüfung versendet, riskiert eine Pflichtverletzung. Den genauen Wortlaut sollten Sie vor einer Streitsache mit Ihrer RAK abgleichen.

Was sind die nächsten KI-VO-Stichtage für Anwälte?

02.02.2025 (läuft): Art. 4 Kompetenznachweis + Art. 5 verbotene Praktiken. 02.08.2025 (läuft): GPAI-Pflichten + Sanktionsrahmen Art. 99. 02.08.2026 (rechtl. Stichtag): Hochrisiko-Pflichten Anhang III — praxis-relevant bei Predictive Litigation, automatisierter Mandanten-Klassifikation oder HR-KI in größeren Kanzleien. Nach der Trilog-Einigung zum Digital Omnibus on AI vom 7. Mai 2026 (COREPER-Bestätigung 13.05.2026) ist eine Verschiebung auf 02.12.2027 vorgesehen — formelle Annahme durch Parlament und Rat steht aus.

Wie hoch sind die Bußgelder bei einer 5-MA-Kanzlei?

KI-VO Art. 99 Abs. 3: bis 35 Mio. EUR / 7 % Weltjahresumsatz bei verbotenen Praktiken; Abs. 4: 15 Mio. / 3 % bei Hochrisiko-/Transparenz-Verstößen; Abs. 5: 7,5 Mio. / 1 % bei Falschangaben. KMU-Privileg Abs. 6: niedrigerer Schwellenwert. 5-MA-Kanzlei mit 1,5 Mio. EUR Umsatz: max. Hochrisiko-Bußgeld 45.000 EUR. Berufsrechtlich: BRAO § 114 erlaubt Rüge, Geldbuße bis 25.000 EUR oder Ausschluss.

Sind Legal-Research-KI-Outputs ohne Prüfung verwertbar?

Nein. Die anwaltliche Sorgfaltspflicht (§ 43a Abs. 3 BRAO, § 43e BRAO) verlangt eine inhaltliche Prüfung jedes Outputs vor Verwendung in Schriftsätzen. Auch bei sehr guten Recherche-Tools (Beck-Chat, Wolters Kluwer Smart) bleibt die Verantwortung beim Berufsträger. Wer einen KI-Output unkritisch übernimmt und damit eine Falschberatung verursacht, haftet zivil- und berufsrechtlich.

Muss ich Mandanten informieren, wenn ich KI im Schriftsatz nutze?

Art. 50 KI-VO greift rechtlich ab 02.08.2026 bei bestimmten Outputs (Digital Omnibus on AI vom 7. Mai 2026: voraussichtliche Verschiebung auf 02.12.2026, vorbehaltlich formeller Annahme). Für anwaltliche Schriftsätze, die Wirkung gegenüber Mandanten und Behörden entfalten, ist eine Kennzeichnung schon heute aus Sorgfalts- und UWG-Sicht empfehlenswert. Sinnvoll: Klausel im Mandatsvertrag + situativer Inline-Hinweis bei wesentlichen Schriftsätzen.

Welche Schulungs-Anbieter sind FAO-konform?

FAO § 15 (Fortbildung) erlaubt grundsätzlich KI-Module als anrechenbare Pflichtstunden. Anerkannt: BRAK-Fortbildung, DAV-Webinare, Beck-Schulungen (NJW), ASB-Akademie. Wichtig ist die Curriculum-Tiefe (KI-VO + BRAO + DSGVO + Tool-Praxis) und die Dokumentation (Teilnehmer + Datum + Prüfung).

Was bedeutet 'KI-Verzeichnis' konkret in einer Anwaltskanzlei?

Strukturierte Liste aller eingesetzten KI-Systeme. Pro System: Bezeichnung (z.B. Beck-Chat, Microsoft 365 Copilot, ChatGPT Team), Zweck (z.B. Legal Research, Schriftsatz-Entwurf), Datenklassen (Mandantengeheimnisse / interne Dokumente), Risikoklasse, Owner, AVV-/GVV-Status, Schulungs-Stand. Ergänzt DSGVO-VVT, ersetzt es nicht.

Wer ist Anbieter, wer Betreiber bei Beck-Chat / Wolters Kluwer Smart?

Beck-Verlag / Wolters Kluwer sind Anbieter im Sinne von Art. 3 Nr. 3 KI-VO. Die Kanzlei ist Betreiber (Art. 3 Nr. 4). Pflichten sind verschieden: Anbieter erstellt Konformitätsbewertung, technische Dokumentation, Risikomanagement (Art. 9-15). Die Kanzlei muss Mitarbeitende schulen (Art. 4), Anweisungen befolgen (Art. 26), Logs aufbewahren.

Hinweis zum Leistungsumfang

Das AI-Act-Compliance-Kit ist eine technisch-organisatorische Hilfestellung zur Umsetzung der KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 der EU-Verordnung 2024/1689 (KI-VO) und ersetzt keine Rechtsberatung. Vorlagen, Schulungsinhalte und Dokumentationen sind redaktionell sorgfältig erstellt, können aber den Einzelfall nicht ersetzen. Für eine rechtsverbindliche Bewertung Ihrer konkreten Situation empfehlen wir die Hinzuziehung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts mit Schwerpunkt IT- und Versicherungsrecht. Stand der Inhalte: Mai 2026, Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO).

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